KRITIS-Dachgesetz beschlossen: Neue Pflichten für Betreiber kritischer Anlagen

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Für jede „Ja“-Antwort 1 Punkt:
- Registrierung erfolgt
- Risikoanalyse abgeschlossen
- Meldeprozess definiert
- Verantwortlichkeiten festgelegt
*Auswertung:
0-1 Punkt –> Kritisch 🔴
2-3 Punkte –> Verbesserungsbedarf 🟡
4 Punkte –> Gut aufgestellt 🟢
Am 29. Januar 2026 hat der Bundestag das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet. Damit wird die europäische CER-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Ziel ist es, die Resilienz kritischer Einrichtungen zu stärken und einen umfassenden Schutz vor hybriden Bedrohungen zu etablieren, im Zusammenspiel mit der NIS-2-Richtlinie und dem BSI-Gesetz.
Für Betreiber kritischer Anlagen bedeutet das: neue gesetzliche pflichten und erhöhter Handlungsbedarf.
Was regelt das KRITIS-Dachgesetz?
✔️Identifikation kritischer Anlagen
Unternehmen müssen eigenständig prüfen, ob sie unter die neuen Regelungen fallen. Die Kriterien werden sektorspezifisch von den Bundesländern festgelegt. Ein einheitlicher bundesweiter Schwellenwert entfällt.
✔️Registrierung- und Nachweispflichten
Betreiber müssen sich registrieren und umfassende Dokumentations- und Compliance-Anforderungen erfüllen.
✔️Risikoanalysen und Schutzkonzepte
Physische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen werden verpflichtend. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu einer Millionen Euro.
✔️Meldepflichten bei Vorfällen
Unternehmen und Organisationen müssen Prozesse etablieren, um Vorfälle fristgerecht und rechtssicher zu melden, auch zur Minimierung von Haftungs- und Reputationsrisiken.
✔️Stärkere staatliche Koordination
Die Rolle staatlicher Stellen bei Risikoanalyse und Koordination wird ausgebaut.
Kritik und offene Fragen
Fachverbände und Experten äußern deutlich Kritik. Besonders diskutiert werden:
- die teilweise Ausklammerung großer Bereiche der öffentlichen Verwaltung
- die föderale Festlegung von Schwellenwerten
- aus Sicht mancher Experten nicht ausreichend abschreckende Sanktionen
Es wird eine stärkere Einbindung von Fachkompetenz und eine ganzheitliche Absicherung gefordert.


